Ulrich Zehfuß

Singer-Songwriter/Liedermacher

Ulis Wohnzimmer mit Dota Kehr: Veranstaltung ausverkauft!

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  • Date: Fr, Dez 01, 2017
  • Zeit: 20:00 - 23:00
  • Austragungsort: Phillip eins
  • Location: Speyer

dota_kehr_liedermacherin„Ulis Wohnzimmer“ ist die Singer-Songwriter und Liedermacher-Show von Ulrich Zehfuß mit Gästen aus der ganzen liederschreibenden Republik und darüber hinaus. Ein Abend voll absonderlicher An-, Durch- und Absichten, neuer Einblicke und bröckelnder Gewissheiten. Kommen Sie rein und erleben Sie, was dabei heraus kommt.

Am 1. Dezember wird die großartige Dota Kehr aus Berlin zu Gast im Phillip eins in Speyer sein. Die völlig zurecht mit Auszeichnungen überhäufte Liederschreiberin und Sängerin legte 2016 mit „Keine Gefahr“ ihr etwa zwölftes Album in 11 Jahren vor, die Presse jubelte und die guten (!) Radiostationen spielten viele Titel rauf und runter. Nun kommt sie in die Domstadt, im Koffer jede Menge Lieblingslieder, die sie solo in Ulis Wohnzimmer singen wird.

Die Veranstaltung ist ausverkauft.

Ich freue mich!

 

 

Pressestimmen:

„Dota vertont Konsumkritik und Sehnsüchte so poetisch wie kaum jemand im deutschsprachigen Musikgeschäft…. – so zärtlich, witzig und gesellschaftskritisch erzählt, wie es Tucholsky für die Zwanziger tat.“ (Die Zeit)

„Intelligente, bilderreiche, zuweilen in Rapmanier gebaute Texte, die durchaus auch einmal von den eigenen Befindlichkeiten absehen, um über den Tellerrand zu blicken.“ (Folker)

„Ihre Musik zwischen den Stühlen, mit Elementen von Jazz, Tango, Folk und Reggae: experimentierfreudig, verspielt…..Abwechslungsreich eilt sie mal hastig, fast flüchtend durch Geschichten, um dann wieder besonnen im Moment zu verharren. Es entstehen Lieder wie Abziehbilder: mehrschichtig, farbig und bunt.“ (Südkurier)

„Dota ist eine Sängerin mit außergewöhnlicher Sprachbegabung, wie sie sonst in der deutschen Poplandschaft nicht so leicht zu finden ist. Sie ist eine präzise Beobachterin und eine Verdichterin der leisen und kritischen Zwischentöne …“ (Fluter)

„Durchatmen und Einsaugen von Stimmungen, die aufrichtig wirken, poetisch und klar …“ (Kieler Nachrichten)

„… die deutsche Astrud Gilberto… die Bandbreite der Eigenkompositionen der straßenmusik-erprobten Kleingeldprinzessin reicht von ausgelassener Fröhlichkeit, über das gewitzte Erkennen eigener „Traumsymphonien“ bis hin zu einer Melancholie, die oft die Tiefe einer Joni Mitchell erreicht …“ (Tip)

„…eine der großartigsten Musikveröffentlichungen der jüngsten Zeit. …Dota beherrscht das Sentimentale ebenso wie das Euphorische.“                                                                          (Mannheimer Morgen)

 

Interview mit Dota zu Ulis Wohnzimmer und Single Selber groß von Ulrich Zehfuß

„Wichtig ist, dass man sich fair verhält“

Interview: Dota Kehr vor ihrem Auftritt am 1. Dezember in der Songwriter-Show „Ulis Wohnzimmer“ im Speyerer Lokal „Philipp eins“

Freunde des poetischen Songwriter-Pops kommen am Freitag, 1. Dezember, 20 Uhr, im Lokal „Philipp eins“ in Speyer wohl auf ihre Kosten. Dann tritt Dota Kehr, die Berliner Frontfrau der Band Dota, mit einem Soloprogramm in „Ulis Wohnzimmer“ auf. Als weiterer Gast ist Liedermacher Martin Sommer eingeladen. Gastgeber und Moderator Ulrich Zehfuß präsentiert außerdem seine neue Single „Selber groß“, an der Kehr mitgewirkt hat. Ute Günther hat vorab mit der Sängerin gesprochen.

Viele kennen Sie nicht nur als Dota Kehr, sondern als Kleingeldprinzessin. Was hat es damit auf sich?

Ich habe erst spät mit der Gitarre angefangen, da war ich bereits 20. Aber schon mit 23 konnte ich von meiner Musik leben. Ganz am Anfang jedoch, als ich im ersten Sommer als Musikerin unterwegs war, habe ich auch Straßenmusik gemacht. Und da gab mir meine Freundin, mit der ich zusammen gesungen habe, den Spitznamen Kleingeldprinzessin. Dieser Name hat sich dann irgendwie festgesetzt. Es ist ja auch ein Name, der sehr gut zu merken ist. Mein Label, das ich gegründet habe, sowie die Webseite zu mir und meiner Band tragen nach wie vor diesen Namen. Vielleicht liegt es daran, dass die Leute immer noch von Kleingeldprinzessin reden, obwohl die Band seit 2013 nur noch Dota heißt und der Name schon seit vielen Jahren auf keinem der Alben mehr draufsteht.

Sie erschaffen in Ihren Liedern mit wenigen, aber präzisen Worten wahre Bilderfluten. Was ist bei Ihnen zuerst da – das Bild oder das Wort?

Manchmal ist erst der Text da und dann findet sich die Musik dazu. Manchmal mag ich ein Wort und daraus entwickelt sich eine Melodie. Und manchmal schafft die Musik eine Stimmung, die ich aufnehme und beschreibe. Oft entwickelt sich erst im Arbeiten etwas und Text und Musik laufen dann parallel. Es ist eben immer die Frage, was im jeweiligen Fall für mich greifbar ist. Schließlich muss alles auf den Punkt sein, denn ich muss mich sehr kurz fassen. Ein Lied dauert nur ein paar Minuten und besteht aus wenigen Zeilen. Doch ich mag den Zwang der Form und versuche zudem bewusst bei jedem Lied anders heranzugehen.

Messerscharf ist Ihre Beschreibung von Situationen, Stimmungen und Personen. Beobachten Sie andere so genau oder finden Sie allein aus eigener Erfahrung die treffenden Worte?

Beides. Letztlich beobachte ich genau und beschreibe aus der Ich-Perspektive. Entscheidender ist jedoch, wie die Lieder zustande kommen: Manchmal habe ich schon Lieder in 15 Minuten runtergeschrieben und das waren dann mit die besten Stücke, bei denen jedes Wort passte. Aber ich saß auch schon ein Jahr oder länger an einem Stück, habe mich abgemüht und immer wieder daran gearbeitet und gehofft, dass man das dem Lied am Ende nicht anhört.

Auf Ihrem Album „Keine Gefahr“ aus dem vergangenen Jahr greifen Sie aktuelle politische und gesellschaftliche Themen auf, es geht um Umweltschutz, Flüchtlinge und Konsumkritik. Wie korrekt gehen Sie durchs Leben?

Wichtig finde ich, dass man solidarisch miteinander umgeht, dass man sich fair anderen gegenüber verhält. Beispielsweise fair bezahlt. Aber natürlich muss auch ich zu einem Konzert kommen und fahre Auto, weil es mit so viel Equipment keine praktische Alternative gibt. Ich mag die Aussage „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“ nicht. Das ist nur eine schicke Formulierung dafür, sich gar nicht erst zu bemühen, sich richtig zu verhalten.

Bei so viel Wortgewandtheit lesen Sie sicherlich viel. Welches Buch hat Sie dabei am meisten berührt?

Oh ja, ich lese sehr viel. Quer durch die Bank, Klassiker ebenso wie aktuelle Literatur. Vor allem mag ich den Autor Truman Capote. Von ihm habe ich alles gelesen und manches sogar mehrfach. In jüngster Zeit habe ich „Die Nacht von Lissabon“ von Erich Maria Remarque gelesen.

Sowohl zu Uli Zehfuß als auch zu Martin Sommer haben Sie eine Verbindung. Erzählen Sie davon…

Die Verbindung zu beiden kam über Sago zustande. Das ist eine Art Dichter- und Liedermacherschule, die von Christof Stählin gegründet worden ist und uns alle drei sehr geprägt hat. Sago ist nichts Institutionalisiertes, Stählin war der einzige Lehrer. Die Idee hinter Sago ist, über Seminare die Dichtung voranzubringen, vor allem als Bühnenkunst. Dort haben wir uns zweimal im Jahr getroffen und daraus hat sich eine Künstlergruppe gebildet, zu der wir drei gehören. 2015 ist Stählin leider gestorben. Mit Uli bin ich zusammen zur Beerdigung gefahren. Das verarbeitet er in seinem neuen Song „Selber groß“, den ich stimmlich unterstütze.

Erschienen in Die Rheinpfalz, Speyerer Rundschau, 21.11.2017