Workshops, Seminare, Camps, Retreats: Weiterbildungsmöglichkeiten für Songwriter*innen und Liedermacher in Deutschland – eine vergleichende Darstellung

Hey Google, ich suche Songwriting-Workshops

Zeit und Raum für das eigene Songwriting finden: Eine Challenge, die viele Liederschreibende kennen. Songwriting Workshops versprechen genau das: Die Möglichkeit, sich ohne Ablenkungen mit seiner absoluten Lieblingssache zu beschäftigen. 

Wenn man den Begriff „Songwriting Workshop“ googlet, kann die Menge an Workshops, Camps und Seminaren erdrückend sein – und man hört wieder auf, zu suchen, bevor man überhaupt richtig angefangen hat.

Wir haben uns die deutsche Workshop-Landschaft einmal genauer angesehen. Aus der Vielzahl an Angeboten haben wir die Wichtigsten für Euch herausgesucht.

Wir beschäftigen uns mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden und dem konkreten Mehrwert für Euch Schreibende.

2. Welche Songwriting-Workshops in Deutschland gibt es?

Der Begriff „Songwriting-Workshop“ ist ein viel genutzter Ausdruck für Weiterbildungsangebote im Bereich Songwriting. Tatsächlich gibt es aber viele unterschiedliche Arten der Weiterbildung, wovon „Workshops“ nur eine sind. 

Im Folgenden beschäftigen wir uns mit den gängigsten Weiterbildungsformaten für Songwriter*innen im deutschsprachigen Raum.

2.1 Die Masterclass für Songwriting

Songwriting-Masterclasses werden angeboten von besonders renommierten Songwriterinnen und Songwritern. Diese haben meist besondere berufliche Erfolge erzielt (z.B. Gold- und Platin-Auszeichnungen) oder können besondere fachliche Qualifikationen nachweisen, wie bspw. Professorinnen und Professoren an Musikhochschulen. 

Der Begriff „Masterclass“ war ursprünglich besonders häufig in der Gesangs- und Instrumentallehre anzutreffen. Fortgeschrittene Studierende spielten Teile eines Stücks vor. Der Meister oder die Meisterin gab in der Folge individuelle Rückmeldungen und teilte persönliche Erfahrungswerte, die über den üblichen Vorlesungsstoff hinausgingen. 

Heutzutage können Masterclasses neben individuellem Coaching auch Vorträge und die Bearbeitung von Aufgaben in der Gruppe umfassen. Besondere Aufmerksamkeit verdient der Bereich des E-Learnings: In den letzten Jahren wurden prominente Angebote, wie bspw. das der amerikanischen Lern-Plattform „MasterClass“ (Yanka Industries, Inc.) entwickelt.

Ein aktuelles Beispiel aus dem Bereich des Songwritings ist das „Talent Songlab“, eine Masterclass des Songwriters Toni Berardi, welche jährlich in Mannheim stattfindet. Das Talent Songlab wird weiter unten im Artikel genauer betrachtet (siehe 3.3).

2.2 Der Songwriter-Workshop

Workshops werden definiert durch die Bearbeitung von Aufgaben, meist in der Gruppe. Häufig wird sich dabei an Fragestellungen aus der Praxis orientiert. Workshops sind in der Regel auf maximal einen Tag ausgelegt. Die einzelnen Arbeitspakete besitzen meist eine Dauer von 45 bis 60 Min. 

Zentral ist die Zusammensetzung der Arbeitsgruppen. Damit das gemeinsame Aneignen neuer Fähigkeiten und das Lösen von Problemen erfolgreich sein kann, müssen die Persönlichkeiten innerhalb einer Arbeitsgruppe aufeinander abgestimmt sein. 

Im Vergleich zu Masterclasses übernimmt die Leitung des Workshops eine eher passive Funktion. Ihre Aufgaben liegen in der Moderation des Ablaufs, der Unterstützung der Entscheidungsfindung sowie der Entwicklung eines konstruktiven Arbeitsklimas.

Im Bereich des Songwritings können sich Workshops bspw. um die Planung von Songtexten oder um das Überarbeiten musikalischer Motive drehen. 

Häufig sind Workshops eingebettet in größere Bildungsangebote, wie bspw. Songwriting-Camps (siehe 3.5).

2.3 Das Liedermacher-Seminar

Bei einem Seminar steht die Vermittlung von Fachwissen im Vordergrund. Während Workshops rein arbeitsorientiert sind, enthalten Seminare neben Praxisphasen auch Vorträge, wobei deren Umfang den der Praxisphasen meist übersteigt. 

Die Praxisphasen von Seminaren sind nicht so eindeutig auf das Lösen eines spezifischen Problems ausgerichtet, wie die eines Workshops. Ein wichtiger Orientierungspunkt in Seminaren ist der sog. „Handlungsorientierte Unterricht“. Dabei werden zwischen Seminarleitung und Schüler*in bestimmte Aufgaben festgelegt, die individuell auf die jeweiligen Schüler*innen zugeschnitten sind. Diese Aufgaben bestimmen die Organisation des Unterrichtsprozess. Dabei wird von den Schüler*innen erwartet, sich auch außerhalb der Lehrveranstaltung mit den Inhalten auseinanderzusetzen. 

Wichtiger Bestandteil ist zudem der Austausch der Teilnehmenden. Der direkte Kontakt zwischen Lehrenden und Schüler*innen ermöglicht sofortiges Nachfragen und somit ein individuelles Beleuchten einzelner Fragestellungen. Zudem können gezielt Räume für Austausch geschaffen werden. 

Im Bereich des Songwritings kann ein Seminar beispielsweise die Vermittlung wesentliche Writing-Tools beinhalten, gepaart mit Praxisphasen zur Erprobung und Verinnerlichung dieser. 

Ein bekanntes Beispiel aus dem Bereich des Songwritings ist die Celler Schule (siehe 3.1).

2.4 Das Songwriting-Camp 

Der Begriff „Songwriting-Camp“ wird in der musikalischen Praxis für zwei verschiedene Konzepte verwendet. 

Das erste Konzept bezieht sich auf das Songwriting für andere Artists. Dabei schaffen Musikverlage Umgebungen, in denen Songwriter*innen für bestimmte Artists oder Genres schreiben. Häufig stehen diese Songwriter*innen bei den jeweiligen Verlagen unter Vertrag, hin und wieder bieten Verlage aber auch konkrete Bewerbungsmöglichkeiten für bestimmte Writing-Camps oder einen Online-Kontakt zur Bewerbung an. 

Das zweite Konzept bezieht sich auf den Bereich der Weiterbildung und Talententwicklung. 

Songwriting-Camps in diesem Bereich haben eine Art „Zeltlager-Charakter“: Die Teilnehmenden leben, vor dem Hintergrund einer bestimmten Aufgabenstellung oder eines bestimmten Themas, für einige Tage provisorisch zusammen. Der gemeinsame Tagesablauf kann Team-Building-Effekte mit sich bringen: Häufig entstehen aus Songwriting-Camps längerfristige musikalische Partnerschaften unter den Teilnehmenden.

Inhaltlich kombinieren Songwriting-Camps im Bereich der Weiterbildung verschiedene bereits vorgestellte Konzepte. Bestandteile können sein: Workshops, Vorträge, Praxisphasen etc. 

Ein aktuelles Beispiel aus dem Bereich des Songwritings ist das Songhenge® Songriting Camp (vgl. 3.6)

2.5 Das Songwriting-Retreat

Ein Songwriting-Retreat stellt einen Rückzugsort aus der gewohnten Umgebung dar. Ziel ist es, sich auf die Dinge zu besinnen, die einem als Writer*in – und auch, noch grundsätzlicher, als Mensch – am wichtigsten sind. 

Für Songwriter*innen bedeutet dies, in Kontakt zu treten mit der eigenen Künstler*innen-Seele. Abgeleitet werden können häufig relevante Song-Themen. Zudem ermöglicht dieses Vorgehen den Teilnehmenden, ihre individuellen Writing-Prozesse zu erforschen und zu festigen.  

Retreats folgen einem vorgegebenen Programmablauf, der sich über mehrere Tage erstreckt. Wenngleich die Tagesstruktur weitgehend vorgegeben ist, haben die Teilnehmenden Autonomie bei der Art und Weise, wie sie an die verschiedenen Programmpunkte herangehen: Songwriter*innen können z.B. die Möglichkeit bekommen, sich auf dem Gelände zurückzuziehen und in eigenem Tempo an ihren Songs weiterzuschreiben. 

Auch hier ist beispielhaft das Songehenge® Songwriting Camp zu nennen – obwohl es ein Songwriting Camp ist, weist es typische Eigenschaft eines Retreats auf (siehe 3.6).

2.6 Der Kontaktstudiengang Pop

Kontaktstudiengänge sind Weiterbildungsangebote von Hochschulen. Sie dienen dazu, bereits vorhandene berufliche Erfahrung wissenschaftlich zu vertiefen und zu aktualisieren. Kontaktstudiengänge bauen entweder auf einem Studienabschluss oder auf Eignung durch entsprechende berufliche Erfahrung auf.

Unter Nachwuchsmusikern, die bereits in jungen Jahren reichlich Praxiserfahrung gesammelt haben, werden sie aber häufig auch als Einstieg in die akademische Welt genutzt und können Teil studienvorbereitender Maßnahmen sein. 

Vermittelt werden Spezialkenntnisse, meist in Form von Vorträgen, Einzelcoachings und ausführlichen Praxis-Phasen. Der Zeitraum eines Kontaktstudiengangs reicht von etwa einem Monat bis zu einem Jahr. Im musikalischen Bereich sind die Teilnahme meist zulassungsbeschränkt und wird mit dem Erhalt eines Zertifikats der jeweiligen Hochschule dokumentiert.

3 Welche sind die wichtigsten Weiterbildungsmöglichkeiten für Liederschreibende in Deutschland?

3.1 Celler Schule

Die Celler Schule ist ein Förderseminar für Textschaffende im Bereich der deutschsprachigen Unterhaltungsmusik. Sie genießt einen hervorragenden Ruf in der Szene deutschsprachiger Textschaffender. Eine Besonderheit: Textschaffende aus verschiedenen Karriere- und Lebenssituationen treffen aufeinander, da sich das Seminar sowohl an Nachwuchstalente, als auch an Semiprofis und Profis richtet.  

Das mehrtägige Seminar findet jährlich in Springe statt. Zentral ist die Vermittlung handwerklicher Aspekte des Textdichtens. Dabei werden insbesondere die folgenden Inhalte in den Fokus genommen:

  • Kreativtechniken
  • Wissen über den Musikmarkt,
  • Ermittlung der eigenen Artist-ID 
  • Blockadenprävention.

 Neben Vorträgen sind Writing-Phasen Bestandteil des Seminars – dabei kann sowohl solo als auch im Team geschrieben werden.

Die Menschen, die hinter der Celler Schule stehen, sind in der deutschen Musikszene keine Unbekannten. Gegründet wurde das Weiterbildungsangebot von der mehrfach ausgezeichneten Textdichterin Edith Jeske. Im Leitungsteam sind heute Tobias Reitz, Tamara Olorga und Rainer Bielfeldt. Tobias Reitz ist ein mit Gold und Platin ausgezeichneter Textdichter im Bereich Schlager, schrieb unter anderem für Helene Fischer, Florian Silbereisen und Thomas Anders. Tamara Olorga ist, ebenfalls mit Gold und Platin ausgezeichnet, Songwriterin im Bereich Pop. Künstler*innen, für die sie schrieb, sind bspw. Wincent Weiß, LEA und Alexander Eder. Rainer Bielfeldt arbeitet als freischaffender Komponist, Autor und Produzent. Künstler*innen, für die er schrieb sind z.B. Gayle Tufts, Tim Fischer und Alfred Biolek.

Um an der Celler Schule teilzunehmen, ist eine Bewerbung erforderlich, inklusive der Betextung einer vorgegebenen Melodie – die sog. Pflichtaufgabe. Jedes Jahr werden aus den Bewerbungen zehn Teilnehmende ausgewählt.Weiterführende Infos zur Celler Schule: https://celler-schule.de/

3.2 SAGO Liederschule

Die SAGO Liederschule ist ein Angebot bestehend aus mehreren, zusammenhängenden Seminare. Sie ist adressiert an Liederschaffende, die ihre Songs selbst auf der Bühne vortragen. SAGO versteht sich als Gemeinschaft, welche sich durch gemeinsame Konzerte, Aufnahmen und Co-Writings unterstützt und somit ein Netzwerk pflegt, das über die Seminare hinausgeht. 

Im Mittelpunkt der SAGO Liederschule steht der Austausch der Songwriter*innen. Die Seminare folgen in etwa dem folgenden Ablauf. Am Anfang der Tage steht ein gemeinsames Frühstück, gefolgt von Stimm- und Körper-Warm-Ups. Anschließend werden Vorträge der Dozierenden zu handwerklichen und ästhetischen Aspekten des Liederschreibens gehalten. Am Nachmittag folgen Kritikrunden: Einzelne Songs der Teilnehmenden werden kritisch bewertet und Verbesserungsvorschläge werden gegeben. Abends ist Raum für Austausch und freies Vortragen von Musik. 

SAGO ist auf langfristige künstlerische Entwicklung ausgelegt. Vorgeschlagen wird eine regelmäßige Teilnahme an den Seminaren, idealerweise sollten etwa sechs Seminare in drei bis vier Jahren besucht werden

Die Teilnehmenden sind angehalten, sich auch über die Seminartermine hinaus mit den gelehrten Inhalten zu beschäftigen: Im Rahmen einer sog. „Jahresaufgabe“ soll jede*r Teilnehmende einen Song zu einem vorgegebenen Thema schreiben.

Die vermittelten Inhalte folgen einer bestimmten Lehre, welche von Christof Stählin entwickelt und von Phillip Rhaesa schriftlich festgehalten wurde (vgl. Rhaesa, Philipp S.: SAGO – Alles, was ein Lied braucht: Unterweisungen aus der Schule für Musik und Poesie von Christof Stählin, 01.01.2022).

Christof Stählin war ein deutscher Schriftsteller, Liedermacher und Kabarettist. Er beschrieb SAGO als einen „Freundschaftlich verbundenen Kreis junger Künstlerinnen und Künstler, die Lieder schreiben und vortragen, sich austauschen und anregen und unter Anleitung weiterbilden. Im Vordergrund steht die Arbeit an Liedertexten, dazu kommen die Verbindung von Text und Musik, philosophische und historische Hintergründe, der Umgang mit den Kräften von Phantasie und Verstand, die mit der Herstellung dieser Künste in Verbindung stehen, die gegenseitige Korrektur und gesellige Abendrunden mit internen Konzerten”.

Zu dem Team der aktuellen Dozierenden gehören Martin Betz, Matthias Binner, Claudia Fink, und Julia Geusch. 

Um teilnehmen zu können, ist eine Bewerbung erforderlich. Für die jeweiligen Seminare fallen zudem Gebühren von etwa 600 € an.

Für das Jahr 2026 sind vier Seminare geplant, welche auf dem Weyenhof Wasungen sowie in der Landesmusikakademie Engers stattfinden. Sie sind mehrtägig und beginnen am 29.03., 07.04., 18.08. und 12.09. 

Eng verwoben mit der SAGO-Gemeinschaft und im Zeichen dieser Lehre stehend ist das Songhenge® Songwriting Camp. Dieses findet vom 24.06. bis zum 28.06 auf dem Weyenhof in Wasungen statt und wird weiter unten in diesem Artikels gesondert thematisiert. Weiterführende Infos zur SAGO Liederschule: https://sago-liederschule.de/

3.3 Talent Songlab

Das Talent Songlab ist eine Masterclass für Newcomer-Talente mit Profi-Ambitionen, zwischen 18 und 32 Jahren. Jährlich werden 16 Talente ausgewählt.

Bei der mehrtägigen Masterclass in Mannheim werden drei Kernthemen behandelt:

  1. Technik: Songwriting-Techniken und -Strategien
  2. Mindset: Ansätze zur Förderung mentaler Stärke und kreativer Denkweisen
  3. Musikbusiness: Infos und Talks zu relevanten Strukturen im Songwriting-Business

Geleitet wird die Masterclass von Toni und Tanja Berardi. Toni Berardi ist professioneller Songwriter. Mehrere seiner Songs erhielten Gold- und Platin-Auszeichnungen. Er schrieb bspw. für Santiano, Söhne Mannheims und Ben Zucker. Tanja Berardi ist Expertin für Change- und Projekt-Management. Zudem ist sie als Expressive-Arts- und Breathwork-Coach tätig.

Ein Aspekt, auf den bei der Masterclass wertgelegt wird, ist der Aufbau eines Netzwerks. Die Integration der Teilnehmenden in eine wachsende Community und Möglichkeiten des Austauschs mit Coaches und Jury-Mitgliedern ist zentraler Bestandteil des Talent Songlabs. Neben Toni Berardi sind weitere Etablierte aus der Musikindustrie am Auswahlprozess der Talente beteiligt. Darunter die Songwriter Martin Fliegenschmid (u.a. beteiligt an “80 Millionen” von Max Giesinger, sowie Songs von Wincent Weiss und Helen Fischer), Karo Schrader (schrieb u.a. für Clueso, Luna und Lea) und Tom Deininger (Dozent an der Popakademie Mannheim, schrieb u.a für Elif und Nina Hagen).

Die Masterclass ist für die Teilnehmenden kostenlos. Weiterführende Infos: https://www.talent-song-lab.com/

3.4 Popkurs Hamburg

Der Popkurs Hamburg ist ein Kontaktstudiengang an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Er richtet sich an Sänger*innen, Instrumentalistinnen und Instrumentalisten, Songwriter*innen und Performer*innen. Er ist also kein reiner Songwriting-Workshop. Dennoch hat er für Songwriter*innen und Artists eine besondere Relevanz in Deutschland. Ehemalige Teilnehmende waren z.B. Johannes Oerding, Peter Fox oder Revolverheld.

Der Kontaktstudiengang setzt sich zusammen aus zwei je dreiwöchige Kursphasen. Songwriter*innen erhalten Vorträge und Workshops zum Thema Sonwgriting sowie Einzelcoaching. Sie sollen im Popkurs wesentliche Kernkompetenzen für die Arbeit als Artist lernen und verbessern. Relevante Bestandteile sind daher, neben den Songwriting-Aspekten, Stimmbildung, Performance-Coaching und ggf. Instrumentalunterricht. Zudem gibt es Workshops und Vorträge zu den Themen Musiktheorie und Musikbusiness.

Eine Besonderheit des Popkurs ist der Austausch der Musiker*innen untereinander. Das Gründen von Bands ist wesentlicher Bestandteil. Gefördert werden soll insbesondere das Experimentieren sowie das gemeinsame Songwriting.

Die Leitung sowie das Dozierenden-Team setzt sich zusammen aus professionellen Musizierenden. Insbesondere für Songwriter*innen interessant: Songwriting-Dozent im Popkurs ist Tobias Reitz, welcher auch die Celler Schule leitet. 

Um teilnehmen zu können, durchlaufen die Interessenten ein zweistufiges Auswahlverfahren: 

  1. Einsendungen von Bewerbungsunterlagen, inkl. Demos eigener Songs
  2. Live-Vorspiel vor Dozierenden.

Die Kursgebühren betragen insg. 1000 €. Unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt die GVL die Hälfte des Betrags.Weiterführende Infos zum Popkurs Hamburg: https://popkurs-hamburg.de/

3.5 MAINPOP Songwriting Camp 

Das MAINPOP Songwriting Camp richtet sich an Liederschaffende, Singer-Songwriter*innen und Produzierende mit Vorerfahrung, ab 16 Jahren. 

Gegenstand des mehrtägigen Camps sind Einzelcoachings in den Bereichen Text, Komposition und Producing, Recording-Sessions in einem hauseigenen Tonstudio und Talk-Runden zum Thema Musikbusiness

Die Ergebnisse werden live aufgeführt, bei Open Stages.

Das MAINPOP Songwriting Camp wird geleitet von Musiker*innen, mit reichlich Praxiserfahrung. Das Dozierenden-Team umfasst mehrere Profi-Songwrtier*innen, die u.a. für Artists wie Max Giesinger, LEA und Wincent Weiss geschrieben haben. 

Wer teilnehmen möchte, kann sich online bewerben. Die Gebühr für das Camp beträgt 549€ – Teilnehmende aus Unterfranken werden besonders gefördert und erhalten einen Preisnachlass von 100 €.

2026 findet das Camp statt vom 01. bis zum 07. Juni, in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg.

Weiterführende Infos: https://www.mainpop.de/workshops-2026/songwriting-camp-vom-01-juni-bis-07-juni-2026/index.html

3.6 Songhenge® Songwriting Camp

Das Songhenge®  Songwriting Camp kombiniert ein Liedermacher-Seminar mit einem Retreat zum Schreiben neuer Songs.

Es ermöglicht Songwriter*innen mit Erfahrung, sich handwerklich weiterzuentwickeln. Dabei richtet es sich insbesondere an Liederschreibende, welche neue Song-Themen finden möchten, versuchen, gezielter für andere Artists zu schreiben und an der Weiterentwicklung ihrer Artist-IDs interessiert sind.

Das Songhenge® Songwriting Camp basiert auf einer eigens für das Camp entwickelten Methodik, der sog. „Songhenge®-Methodik“. Diese zeigt den Teilnehmenden verschiedene Perspektiven auf, die sie zu ihren Songs einnehmen können. Über die aufgezeigten Perspektiven erarbeiten sich die Teilnehmenden Zugänge zu den eigenen Emotionen, Erlebnissen und Erinnerungen – das Motto dabei bringt Dozent Zehfuß wie folgt auf den Punkt: “(…) nicht erfinden, sondern finden!” Der Wechsel der Perspektiven auf die eigene Liedidee eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, Story und Struktur der Lieder gezielt zu entwickeln. Ziel ist es, Songs vom Kern heraus zu schreiben. 

Der zentrale Fokus bei Songhenge®: Die Individualität und Authentizität der Songwriter*innen.

Im Anschluss an das Kennenlernen der Methodik wenden die Teilnehmer*innen diese direkt beim Schreiben neuer Lieder an. Dabei bietet die Location des Songwriting Camps Rückzugsorte, an welchen die Liederschreibenden ihr Songwriting in Ruhe und eigenem Tempo weiterentwickeln können. 

Ummantelt wird der Tagesablauf von gemeinsamen Mahlzeiten sowie abendlichen Vorspiel-Runden, um sich untereinander kennenzulernen und auszutauschen.

Die Songhenge®-Methodik wurde von den Songwritern Ulrich Zehfuß und Alexander Riemenschneider entwickelt. 

Ulrich Zehfuß studierte in Mainz Literatur, Geschichte und Musikwissenschaft und ist seit 1992 Mitglied von SAGO. Er veröffentlichte Erzählungen, Hörbücher und zahlreiche CDs und ist Gastgeber von Songwriter-Mix-Shows. 28 Jahre lang war er Juror und Songwriting-Coach beim Bundeswettbewerb Treffen junge Musik-Szene in Berlin. Zudem gibt er sein Wissen regelmäßig als Gastdozent an der Popakademie Mannheim weiter. 

Alexander Riemenschneider studierte Germanistik, Musik- und Medienwissenschaft und Regie Er ist tätig als freischaffender Regisseur im Schauspiel und Musiktheater und pflegte langjährige Zusammenarbeiten mit dem Theater Bremen, dem JungenSchauspielHaus Hamburg und dem Deutschen Theater Berlin. Seine Inszenierungen wurden ausgezeichnet mit „DER FAUST-Theaterpreis“ und dem Rolf-Mares-Preis. Riemenschneider ist aktuell Intendant des Theaters an der Parkaue, Berlin. 

Fester Bestandteil des Dozierend-Teams ist mittlerweile Julia Geusch (“Marie Diot”)., welche auch bei SAGO Dozentin ist. Geusch studierte Popular Music in Hannover. Sie veröffentlichte mehrere Alben und ist vielfach ausgezeichnet. Zudem ist sie als Gastdozentin an der Ernst Busch Hochschule und im Rahmen der Berliner Festspielen tätig. Sie produziert und schreibt für ihr eigenes Künstlerprojekt sowie für andere Artists. 

Um an Songhenge ® teilnehmen zu können, ist eine Bewerbung erforderlich. Die Kurskosten belaufen sich auf 476 €, hinzu kommen Übernachtungskosten von 15 € pro Nacht und eine Verpflegungspauschale von 40 – 50 €. 

Das Songwriting Camp findet im Sommer 2026, vom 24.-28. Juni, auf dem Weyenhof in  Wasungen statt.Weiterführende Infos: https://zehfuss.de/songwriting-workshops/

4 Wie finde ich die besten Weiterbildungsmöglichkeiten für meine künstlerische Entwicklung?

Wie die obige Darstellung zeigt, sind eine Vielzahl von Faktoren bestimmend dafür, inwiefern ein Angebot die künstlerische Entwicklung ideal unterstützt. 

Die folgende Checkliste kann dabei helfen, die ideale Songwriting-Weiterbildung für sich zu finden: 

  1. Werden mir die Inhalte von Expertinnen und Experten vermittelt?
  2. Werden konkrete Problemlösestrategien, wie bspw. eine Methodik, vermittelt?
  3. Erlerne ich neues Fachwissen?
  4. Bieten die Angebote Raum für Teambuilding und langfristige Zusammenarbeiten? Habe ich die Chance, neue Menschen kennenzulernen?
  5. Bieten die Angebote Raum für Reflexion und künstlerische Selbstfindung?

Im Folgenden werden die dargestellten Weiterbildungs-Angebote im Hinblick auf die Checkliste miteinander verglichen. 

Expertinnen und Experten sind bei allen Angeboten in leitenden Positionen, die vorgestellten Weiterbildungsmöglichkeiten werden von sehr erfahrenen und erfolgreichen Musikern geführt. 

Konkrete Problemlösestrategien werden vermittelt, wo Workshops Bestandteil des Angebots sind. Dies ist bei der Celler-Schule, dem Talent Songlab, dem Popkurs Hamburg sowie dem MAINPOP Songwriting Camp der Fall. Besondere Aufmerksamkeit verdient hierbei das Songhenge® Songwriting Camp: Es werden nicht nur einzelne Problemlösungsstrategien vermittelt, sondern dem gesamten Vorgehen liegt eine auf Problemlösung ausgerichtete Methodik zu Grunde. 

Neues Fachwissen wird in allen dargestellten Angeboten vermittelt: Jedes Angebot beinhaltet Vorträge oder Einzelcoachings. 

Je länger ein Angebot dauert, desto mehr Zeit haben die Teilnehmenden, sich tiefgehend untereinander kennenzulernen – besonders, wenn dafür der Raum geboten wird. Neben besonders lang andauernden Angeboten, wie der SAGO Liederschule oder dem Popkurs Hamburg, bietet das Songhenge® Songwriting Camp besonderen Raum, sich untereinander kennenzulernen: Im Zeichen von SAGO stehend, ist der Austausch ein wichtiger Bestandteil des Rahmenprogramms – bspw. durch gemeinsame Mahlzeiten oder abendliche Jam-Sessions.Inwiefern Raum für Reflexion und künstlerische Selbstfindung geboten wird, ist bis zu einem gewissen Grad ein subjektives Empfinden. Ein Angebot, welches diese Prinzipien in den Fokus nimmt, ist das Songhenge® Songwriting Camp. Durch seinen Retreat-ähnlichen Charakter, bietet es Ruhephasen und Zeit allein, um über die eigene künstlerische Entwicklung und den persönlichen Ausdruck zu reflektieren.

5 Fazit

Die zurückliegenden Kapitel haben dargestellt und verglichen, welche Weiterbildungsangebote im Bereich Songwriting es in Deutschland gibt. 

Von besonderer Relevanz sind die Celler Schule, die SAGO Liederschule, das Talent Songlab, der Popkurs Hamburg, das MAINPOP Songwriting Camp sowie das Songhenge® Songwriting Camp.

Beim Vergleich der Angebote kann eine Checkliste mit 5 Fragen helfen, welche beleuchtet, ob Expertinnen und Experten in leitender Funktion sind, konkrete Problemlösestrategien angeboten werden, neues Fachwissen vermittelt wird, Raum für Teambuilding und Austausch existiert und künstlerische Selbstfindung ermöglicht wird.

Es ist nicht unüblich, mehrere Angebote auszuprobieren, um die eigene künstlerische Entwicklung und die handwerklichen Fähigkeiten zu perfektionieren.

Am Ende ist eins am wichtigsten: Euer Songwriting. Davon geht alles aus und darauf läuft alles hinaus. Deswegen enden wir mit einer Frage: Wann habt Ihr eigentlich Euren letzten Song geschrieben?